1900m Swim: 35:28min. | 90km Bike: 2:25:36h | 21,2km Run: 1:28:43h
Rank: 9 | Overall Rank: 73 | Participants: 1083

Nachdem ich im vergangenen Jahr bereits beim IRONMAN 70.3 in Posen gestartet bin, ging meine persönliche „Polen-Tour“ in diesem Jahr in Gdynia weiter. Die Region an der polnischen Ostseeküste bot eine tolle Kulisse für ein weiteres Rennen und gleichzeitig die Möglichkeit, meinen aktuellen Leistungsstand unter Wettkampfbedingungen zu testen.
Gdynia sollte für mich vor allem ein Gradmesser auf dem Weg zur IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft im September in Nizza sein und mögliche Defizite aufzeigen. Eine Qualifikation für 2027 stand dabei nicht im Fokus.

Mit etwas Verzögerung ging es in der Ostsee ins Wasser. Die Bedingungen waren dank Neoprenanzug angenehm und auch die Quallen blieben glücklicherweise ohne Einfluss auf das Rennen. Die ersten 1000 Meter liefen mit rund 1:40 min/100 genau nach Plan, anschließend wurde das Tempo jedoch deutlich langsamer. Mit rund 35 Minuten für die 1900 Meter blieb ich hinter meinen eigenen Erwartungen zurück. Für ein Schwimmen im offenen Meer war es dennoch ein solider Auftakt.
Bereits beim Race Briefing hatte ich bei einigen Besonderheiten der Radstrecke ein ungutes Gefühl. Die ersten und letzten 20 Kilometer sollten auf der linken Seite gefahren und rechts überholt werden. Dazu kamen zwei längere Abschnitte mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h.

Auf der Strecke selbst war die Situation teilweise noch schwieriger. Es wurde beidseitig überholt, die Straßenverhältnisse waren stellenweise schlecht und die Präsenz der Referees überschaubar. Auch in den Abfahrten war ich zu vorsichtig und fand insgesamt nie richtig in meinen Rhythmus.
Bereits während des Rennens merkte ich, dass ich Positionen verlor. Trotz einer deutlich geringeren Leistung als geplant musste ich anschließend versuchen, mit hohem Einsatz zumindest etwas Schadensbegrenzung zu betreiben. Das Radfahren war damit sicherlich der Teil des Rennens, mit dem ich am wenigsten zufrieden war.
Nach dem anspruchsvollen Radfahren ging es beim Laufen vor allem darum, das Rennen kontrolliert zu Ende zu bringen. Meine geplante Pace reduzierte ich direkt zu Beginn und konzentrierte mich darauf, einen möglichst konstanten Rhythmus zu finden.

Der Laufkurs war zuschauerfreundlich und grundsätzlich sehr schnell. Bereits in der zweiten von vier Runden wurde es allerdings zunehmend schwer und ich musste kämpfen, um die Pace halbwegs zu halten. Am Ende konnte ich mein Minimalziel erreichen und blieb mit knapp unter 1:30 Stunden im Ziel.
Der lange Zielkanal und die großartige Stimmung entlang der Strecke entschädigten dann für die Strapazen und sorgten für einen tollen Abschluss.

Fazit: Es war sicherlich nicht mein bestes Rennen, dennoch nehme ich aus Gdynia wichtige Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung auf Nizza mit. Bis zur Weltmeisterschaft bleibt noch Zeit, an den richtigen Stellschrauben zu drehen.
Der Trip nach Polen hat mir erneut viel Spaß gemacht und mit Warschau und Krakau warten noch zwei weitere Stationen auf meiner persönlichen „Polen-Tour“. Zunächst steht aber bereits am kommenden Wochenende mit dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring die nächste Herausforderung an.
