🔥 ☠️ Einmal Hölle und zurück… [mit Video]

Eigentlich wurde ja schon alles geschrieben aber ich möchte euch noch ein paar ausführliche Gedanken zu meinem 14. Platz bei der Hölle von Q am letzten Wochenende schreiben und natürlich das tolle Race-Video 🎞 von Flora zeigen.

Ich habe dieses Rennen im Vorfeld schon sehr ernst genommen und als vor ein paar Wochen feststand, dass ich dort starte, hab ich die Trainingsplanung nochmal umgestellt und spezifischer gestaltet. Anstatt des drei Wochen-Blocks hab ich einen vierer bis zur Taperwoche gemacht. In dieser Zeit gab es aber auch mal zwei Ruhetage ohne jegliches Training. Ansonsten hab ich meist mit 2-3 Einheiten am Tag ordentlich und diszipliniert durchgezogen. Jede Woche standen dabei 2-3 echt intensive Brick-Sessions auf dem Plan. In der Taperwoche hab ich genau die richtige Balance zwischen Be- & Entlastung gefunden, so konnte ich wirklich perfekt ausgeruht und vorbereitet ins Rennen starten.

Einer der wichtigsten Fragen vorab war die Radwahl. Die einen sagten, unbedingt Rennrad, die anderen meinten Zeitrad geht klar. Um mich selbst zu überzeugen bin ich die wichtigen Stellen der Strecke natürlich vor einigen Wochen abgefahren. Ich hab mich letztendlich für das Zeitrad, mit leicht geänderten Setup entschieden. Meist geht es bei solchen Strecken um Gewicht und Handling. Mit 7,8kg konnte ich das Monoblade aber ordentlich drücken. Außerdem hab ich in den letzten Monaten bei gleichbleibenden FTP selbst 3-4kg verloren, demnach passt das W/kg-Verhältnis wieder. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass gerade die Hüftmuskulatur durch die Aeroposition deutlich entlastet wird und das ist fürs Laufen vom Vorteil. Letztendlich hab ich auch die gesamte Vorbereitung inkl. der langen Bergintervalle am Kyffhäuser mit dem Zeitrad absolviert und wollte keine Experimente machen.

Am Wettkampfmorgen klingelte der Wecker bereits 04:00 Uhr und ich traf mich mit Jens zum Frühstück. Anschließend machten wir uns auf dem Weg zum See in Ditfurth. Die Anspannung stieg, mit Startnummer 11 stand ich mitten im Top-Feld des Wettkampfs und wollte natürlich abliefern. Auf der Schwimmstrecke mit morgendlichen Nebel und tollen Sonnenaufgang musste ich die Spitze wie erwartet ziehen lassen und schwamm größtenteils alleine hinterher. Mit 33:34min. geht der Split zwar in Ordnung aber mit einer passenden Gruppe wären sicher noch ein paar Sekunden machbar gewesen.

Dann der erste Wechsel – und das zählt mittlerweile zu meinen absoluten Stärken. Nach 01:15min. saß ich auf dem Rad und die wilde Jagd konnte beginnen.

Die ersten ca. 35km sind easy zu fahren, meist ausreichend guter Belag und kaum Höhenmeter. Das Wetter hat gepasst, angenehme Temperatur und fast Windstill lud eigentlich zur Raserei jenseits der 40km/h ein. Aber so funktioniert das eben bei so einer Mitteldistanz nicht. Ich hatte mir genaue Wattvorgaben gesetzt um zwar meine anvisierte Zielzeit zu schaffen aber eben auch um den anspruchsvollen Halbmarathon noch ordentlich laufen zu können. Das Pacing ist auch eine Kunst beim Triathlon.

Bereits beim ersten Anstieg merkte ich, dass ich gute Beine hab und zog an einigen Schnellschwimmern vorbei. Dann kam die Abfahrt zur gefürchteten Rosstrappe (3,5km mit 14% und brutal schlechten Asphalt). Vor drei Wochen sind mir hier im strömenden Regen noch beide Trinkflaschen rausgefallen und ich hatte vom dauerhaften Bremsen Krämpfe in den Händen. Ohne Verkehr war das schon eine andere Sache, ich bin mit Obacht ordentlich runtergehämmert 😅 und hab nur gehofft, dass ich keinen Defekt bekomme. Außer Pannenmilch in den Reifen hatte ich aufgrund Gewichtsersparnis nämlich keinerlei Ersatzreifen oder ähnliches dabei, kontrolliertes Risiko halt.

Jetzt noch durch Thale und zweimal den Hexentanzplatz hoch Richtung Friedrichsbrunn, dann war‘s das schon. Flora hatte sich perfekt an der Strecke platziert und schrie mir jedes Mal die Splits und Platzierungen durch (auf dem Video dieses Mal ungeschnitten 😂). Das hat mich sehr motiviert. Der 9km lange Anstieg war bis auf die ersten 2-3 Kurven, die wieder 14% hatten leicht zu fahren und die Abfahrt ist brutal schnell. In Thale wenden und das ganze nochmal. Schön auch, dass man immer die Abstände im Auge hat. Auf diesem Stück hab ich mich nie unsicher gefühlt, wirklich tolle Strecke!

Nach 02:38:39h (241W AVG & 262W NP) fuhr ich in die zweite Wechselzone ein. Das wäre auf alle Fälle einige Minuten schneller gegangen aber so waren die Beine noch bereit für einen flotten Halbmarathon. Beim zweiten Wechsel fackelte ich wieder nicht lange, nach 57 Sekunden passierte ich die Zeitmessmatte und hab mir mit 2:13min. für beide Wechsel den inoffiziellen Preis des „Wechselkönigs“ 👑 für die schnellste Gesamtwechselzeit gesichert.

Ohne den Kurs zu kennen, wusste ich, dass ich beim Laufen gut zugelegt habe und lief mit 03:50min. an. Am Ende sollte ein 04:00min./km Schnitt rauskommen. Die Strecke war dann aber doch schwieriger als erwartet. Schotter und Waldwege sowie viele Abbiegungen und schließlich 190Hm schenkten uns auch hier nichts. Trotzdem traumhaft schön, besonders die Teufelsmauer war ein Highlight. Meine Verpflegungsstrategie welche ich auch im Training bereits umgesetzt hatte um meinen Körper zu gewöhnen ging gut auf. Ich hatte nie das Gefühl, dass es langsamer wird. Zwar war es am Ende etwas langsamer als geplant aber das lag wohl eher an meiner nicht vorhandenen Streckenkenntnis. In Quedlinburg ging es dann nochmal hoch zur Burg, was ich aber gar nicht so schlimm empfunden hatte wie alle immer gesagt haben. Nach 01:24:51h lief ich dann durch das wunderschöne Ziel auf dem rappelvollen Quedlinburger Marktplatz und wurde wieder von Flora empfangen.

Insgesamt stoppte die Uhr bei 04:39:18h. Das reichte in diesem hochkarätigen Feld aber „nur“ für den 14. Platz. Das wichtigste ist aber, dass ich bis auf kleine Abstriche in allen Disziplinen zufrieden sein kann und mit dieser Zeit meine starke Performance aus den letzten Wochen bestätigen konnte. Auch wenn der Vergleich sicher hinkt aber mit dieser Zielzeit wäre ich bei den ersten drei Auflagen der Hölle immer auf dem Podium gelandet und 2018 hätte es sogar zum Sieg gereicht. Ich denke, ich habe in der Trainingsplanung vieles richtig gemacht.

Schlussendlich möchte ich mich nochmals bei Rennleiter Mark Hörstermann bedanken, dass ich trotz lange ausgebuchten Rennen noch einen Platz bekommen habe. Ein großes Lob an ihn und seinem Team mit wirklich unzähligen Helfern für dieses tolle Rennen! D A N K E 🙏 !

Eigentlich hätte es für mich in vier Wochen einen Start beim IRONMAN 70.3 Westfriesland (Holland) gegeben, ich wollte diese super Form gern mitnehmen und die Qualifikation für die 70.3 WM 2021 holen. Das Rennen wurde allerdings gestern Abend abgesagt. Wie es jetzt weitergeht muss sich zeigen. Es gibt noch ein paar 70.3 Rennen, die infrage kommen könnten, dass muss allerdings auch aufgrund Corona und dem damit verbundenen Reiseaufwand genau passen. Fakt ist, ich werde diszipliniert weitertrainieren und im Winter erneut Gas geben – die nächsten Rennen kommen ganz bestimmt…


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2 Kommentare

  1. Einfach , dranbleiben!!!

  2. Wieder ein sehr starker Bericht ,und selbstverständlich auch deine Leistung,man versetzt sich hinein in diesen Rennen .

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